Unser Partnerdorf Saschirje in Weißrussland (Belarus) 

Unser „Patendorf“ Saschirje liegt im Südosten der Republik Belarus. Es ist umgeben von Wäldern, Sümpfen und Feldern. Dem eigenen Wappen zufolge wurde es 1835 gegründet. Von den alten Häusern mit den typischen Ziehbrunnen gibt es aber nur noch sehr wenige. In den 1980er Jahren entstand das neue Saschirje als „experimentales Dorf städtischen Typs“. Neubauten erhielten seitdem Wasserleitungen, Kanalisation und Zentralheizungen. Dazu kamen unter anderem eine Schule mit Sportplatz, Kindergarten, Krankenstation, Verkaufsläden und ein großes Kulturhaus mit zahlreichen Zirkeln für jede Altersstufe, der Bibliothek und auch dem Kinder- und Jugendensemble „Sonejka“. 

Leben im Dorf


Heute leben im  Dorf etwa 1.000 Menschen. Der größte Arbeitgeber ist der Agro-Betrieb (Sowchos). Die meisten Einwohner gehören der weißrussischen orthodoxen Kirche an.  

 

Nicht zu vergessen aber ist ein Ereignis der jüngeren Geschichte, dessen Folgen noch heute prägend sind: die Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986. Saschirje gehört zur Region Gomel, die stark radioaktiv verseucht wurde. Die ganze Umgebung wurde verstrahlt, ein Nachbarort wurde vollständig evakuiert, weitere landwirtschaftliche Flächen für den Anbau gesperrt. An den Waldrändern weisen auch heute noch Schilder darauf hin, dass Pilze und Früchte nicht bzw. nicht ohne Prüfbeweis gegessen werden dürfen. Besonders betroffen waren und sind die Kinder, in ihren Körpern sammeln sich über lokale Nahrung aufgenommene radio-aktive Stoffe besonders stark an (u.a. Cäsium-137, Strontium-90).

 

Stadt der Meister 

So etwas gibt es in ganz Weißrussland nicht – die „Stadt der Meister“. Am Kultur- und Sportzentrum von Saschirje entsteht derzeit ein Gebäudeensemble, welches alten regionalen Gewerken eine neue Heimat gibt: einer Tischlerei, einerSchmiede, einer Töpferei. Integriert ist ein Ausstellungshaus mit einem modernen (elektronischen) Informationszentrum zur belo- russischen Folklore. Märchenhaft umrahmt wird das Ganze durch einen Palisadenzaum, der verziert ist mit einer „Wächter-Galerie“ von Nachbildungen heimischer Vögel. So ist ein „Raum“ entstanden, der auch für Kultur- und Familienveranstaltungen genutzt werden kann. Unsere Elterninitiative unterstützt das Vorhaben! 

 




 

Das Kinder- und Jugendensemble Sonejka  

Das Ensemble „Sonejka“ wurde (vermutlich) im Jahr 1989 gegründet. Die künstlerische Leiterin Jewgenija A. Schadrina studierte am Moskauer Institut für Kultur im Fach „Leitung von Volkschören“ und unterrichtet seit 1986 in Saschirje Musik. Sie sieht ihre Aufgabe nicht nur darin, die Kinder singen und tanzen zu lehren. Sie möchte die Kinder vor allem auch für die Kultur und die Traditionen des belorussischen Volkes sensibilisieren, gemeinsam teilweise sehr alte und nur noch mündlich tradierte Lieder und Tanzweisen beleben und somit erhalten. Dass diese Lieder gerade durch junge Menschen weitergegeben werden ist eine Besonderheit der Ensemble-Arbeit. 

 

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass die Ensemble-Kinder (im Alter von 8 bis 16 Jahre) nicht speziell ausgewählt werden. Es kommen die, die gerne möchten – ob er/sie gut singen kann oder nicht.

Das Ensemble Sonejka


Sonejka erhielt den belorussischen Ehrentitel „Ausgezeichnetes Ensemble“, zahlreiche Auszeichnungen, Ehrenurkunden und Diplome verschiedener Volkskunstwettbewerbe in seiner Heimat sowie in Russland, Polen und Deutschland. Mit unserer Hilfe zeigten die Kinder ihr Können schon in Berlin, Frankfurt/M., Dresden, beim Tanz- und Folkfest Rudolstadt und natürlich in Leipzig und Umgebung.

 

 

 

 

 

  Elterninitiative für Saschirje / Belarus

   

Katastrophe Tschernobyl 

 

26.4.1986 -  1.23 Uhr:

" Der Versuch beginnt.  Der Schichtleiter schließt die Sicherheitsventile der bei- den Turbinengeneratoren. Daraufhin verringert sich der Wasserzufluss im Reaktor schlagartig, wo- durch die Temperatur ex- trem ansteigt. Die Leistung des Reaktors schießt abrupt

hoch. Eine unkontrollierte Kettenreaktion setzt ein. "